Indoctrination: poetry and music (2/6)

Walter Felscher (walter.felscher@UNI-TUEBINGEN.DE)
Mon, 9 Nov 1998 18:15:12 +0100

2. Going to war


The warriors of the 16th and 17th century were paid
'Landsknechte', i.e. mercenaries. They had songs, referring to
their hardships and enjoyments, which I shall not quote here.
In more recent times, Schiller attempted to catch their spirit
of youthful and romantic irresponsibility in his song from
"Wallenstein"

(1)        Wohlauf, Kameraden, aufs Pferd,
           Ins Feld in die Freiheit gezogen !
           Im Felde da ist der Mann noch was wert,
           Da wird ihm das Herz noch gewogen;
           Da tritt kein anderer fu"r ihn ein,
           Auf sich selber steht er da ganz allein.

           Aus der Welt die Freiheit verschwunden ist,
           Man sieht nur Herren und Knechte;
           Die Falschheit herrschet, die Hinterlist,
           Bei dem feigen Menschengeschlechte:
           Der dem Tod ins Angesicht schauen kann,
           Der Soldat allein ist der freie Mann !

           .......

           Drum frisch, Kameraden, den Rappen geza"umt,
           Die Brust im Gefechte gelu"ftet !
           Die Jugend brauset, das Leben scha"umt,
           Frischauf ! eh der Geist noch verdu"ftet !
           Und setzet ihr nicht das Leben ein,
           Nie wird euch das Leben gewonnen sein !

The last verse, in particular, well represents the spirit in
which the upper class German youth entered the war in August
1914 , yet it had already been prepared during the 19th
century by the rise of nationalism: in reaction first to the
Napoleonic occupation (1813), the continuing reclamation of
the Rhine's left borderlands by France (on and off until
Napleon III) and the desire for German unity. Arndt wrote
in 1812

(2)        Der Gott, der Eisen wachsen liess,
           Der wollte keine Knechte,
           Drum gab er Sa"bel, Schwert und Spiess
           Dem Mann in seine Rechte,
           Drum gab er ihm den ku"hnen Mut,
           Den Zorn der freien Rede,
           Dass er besta"nde bis aufs Blut,
           Bis in den Tod die Fehde.

           .......

           Lasst brausen, was nur brausen kann,
           In hellen lichten Flammen !
           Ihr Deutschen alle, Mann fu"r Mann,
           Fu"rs Vaterland zusammen !
           Und hebt die Herzen himmelan !
           Und himmelan die Ha"nde !
           Und rufet alle Mann fu"r Mann:
           Die Knechtschaft hat ein Ende !

           .......

           Lasst wehen, was nur wehen kann,
           Standarten wehn und Fahnen !
           Wir wollen heut uns Mann fu"r Mann
           Zum Heldentode mahnen:
           Auf ! Fliege, stolzes Siegspanier
           Voran dem ku"hnen Reihen !
           Wir siegen oder sterben hier
           Den su"ssen Tod der Freien.

Schneckenburger followed 1840 with

(3)        Es braust ein Ruf wie Donnerhall,
           Wie Schwertgeklirr und Wogenprall:
           Zum Rhein, zum Rhein, zum deutschen Rhein,
           Wer will des Stromes Hu"ter sein?
             Lieb' Vaterland, magst ruhig sein,
             Fest steht und treu die Wacht am Rhein !

           ......

           Solang' ein Tropfen Blut noch glu"ht,
           Noch eine Faust den Degen zieht,
           Und noch ein Arm die Bu"chse spannt,
           Betritt kein Feind hier deinen Strand !
             Lieb' Vaterland, magst ruhig sein,
             Fest steht und treu die Wacht am Rhein !

           Der Schwur erschallt, die Woge rinnt,
           Die Fahnen flattern hoch im Wind:
           Am Rhein, am Rhein, am deutschen Rhein,
           Wir alle wollen Hu"ter sein !
             Lieb' Vaterland, magst ruhig sein,
             Fest steht und treu die Wacht am Rhein !

And in 1858, Hugo Pierson wrote the rousing " O Deutschland
hoch in Ehren" with the last verse

(4)        Zum Herrn erhebt die Herzen, zum Herrn erhebt die Hand,
           Gott schu"tze unser teures geliebtes Vaterland.
             Es sind die alten Schwerter noch,
             es ist das deutsche Herz,
             man zwingt sich nimmermehr ins Joch,
             Sie dauern fest wie Erz !
               Haltet aus !
               Haltet aus !
               Lasset hoch die Banner wehn !
               Zeiget ihm,
               zeigt dem Feind,
               Dass wir treu zusammen stehn,
               Dass sich unsre alte Kraft erprobt,
               Wenn der Schlachtruf uns entgegen tobt !
               Haltet aus im Sturmgebraus !


3. Going to fight


It was only to be expected that the theme of of going to war
was taken up by the radicals, both from left and right, during
the 1920ies and then taken up by the NS movements.  Consider
the HJ marching songs, e.g. Hans Baumann's

(6)        Es zittern die morschen Knochen
           Der Welt vor dem roten Krieg,
           Wir haben die Knechtschaft gebrochen,
           Fu"r uns war's ein grosser Sieg.
             Wir werden weiter marschieren
             Wenn alles in Scherben fa"llt,
             Denn heute da ho"rt uns Deutschland
             Und morgen die ganze Welt.

           Und liegt vom Kampfe in Tru"mmern
           Die ganze Welt zuhauf,
           Das soll uns den Teufel ku"mmern,
           Wir bauen sie wieder auf.
             Wir werden weiter marschieren
             Wenn alles in Scherben fa"llt,
             Denn heute da ho"rt uns Deutschland
             Und morgen die ganze Welt.

           ......

or

(7)        Ein junges Volk steht auf, zum Sturm bereit,
           reisst die Fahnen h”her, Kameraden;
           wir sind Soldaten unserer Zeit,
           der Zeit der jungen Soldaten.
             Vor uns marschieren
             mit sturmzerfetzten Fahnen,
             die Toten, die Helden der jungen Nation:
             und u"ber uns die Heldenahnen,
             Deutschland, Vaterland,
             wir kommen schon  !

(and whenever I heard this, or sang it myself, the "ber uns
die Heldenahnen" evoced the picture of Arminius, or
Charlemagne, riding along in the clouds above us: another
example of ghostriders in the sky.) Further Baldur von
Schirach's (yes, so was his name)

(8)        Unsere Fahne flattert uns voran,
           mit dem Fu"hrer stehn wir Mann fu"r Mann,
           wir marschieren mit Hitler durch Nacht und Not
           mit der Fahne der Jugend fu"r Freiheit und Brot.
           Unsere Fahne flattert uns voran,
           unsere Fahne ist die neue Zeit,
           und die Fahne fu"hrt uns in die Ewigkeit,
           ja die Fahne ist mehr als der Tod.

Willi Zorg's

(9)        Auf hebt unsere Fahnen
           in den frischen Morgenwind,
           lasst sie wehn und mahnen,
           die, die mu"ssig sind.
           Wo die Mauern fallen
           baun' sich andre vor uns auf,
           doch sie weichen alle
           unserm Siegeslauf.

           Solln' Maschinen schaffend
           wieder ihre Ra"der drehn',
           sollen deutsche Bru"der
           bessre Zeiten sehn',
           muss unser Streben
           danach unermu"dlich sein,
           muss ein neues Leben
           sie fu"r uns befrein'.

           Wir sind heut' und morgen,
           alles, was die Zeit erschafft,
           ist in uns verborgen,
           bildet unsre Kraft.
           Strmen und Bauen,
           Kampf und Arbeit unentwegt,
           wird in uns zum Pfeiler,
           der die Zukunft tra"gt.

whose second verse refers to the economic depression of
1929/30 , and also Hans Baumann's

(10)       Nur der Freiheit geho"rt unser Leben,
           lasst die Fahnen dem Wind,
           einer stehet dem andern daneben,
           aufgeboten wir sind.
             Freiheit ist das Feuer,
             ist der helle Schein,
             so lang sie noch leuchtet,
             ist die Welt nicht klein.

           Dass die A"cker zum Erntegang reifen,
           darum bleiben wir wach,
           bis die Sensen die Halme ergreifen,
           hten wir sie vor Schmach.
             Freiheit ist das Feuer,
             ist der helle Schein,
             so lang sie noch leuchtet,
             ist die Welt nicht klein.

           Dass dem Lande die Sorgen versinken,
           darum stehen wir auf,
           unsre Fahnen das Morgenrot trinken,
           eure Herzen reisst auf.
             Freiheit ist das Feuer,
             ist der helle Schein,
             so lang sie noch leuchtet,
             ist die Welt nicht klein.